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Die Geschichte der geteilten Bauernschaft Bieste

Autor: root 11.02.2017

Die Geschichte der geteilten Bauernschaft Bieste
Quelle: Bieste 875 Jahre

Wie alt ist Bieste wirklich?

Im Jahr 1999 feierten Bieste i.H. und Bieste i.O. gemeinsam die erste urkundliche Erwähnung des Ortes im Jahre 1124. Die zahlreichen Besucher, darunter viele ehemalige Biester Bürgerinnen und Bürger, ließen das Jubiläum "875 Jahre Bieste" zu einem unvergesslichen Fest werden.
Urnenfunde belegen allerdings, dass in Bieste bereits vor mehr als 2500 Jahren eine Ansiedlung bestanden haben muss. Weitere Spuren der Vergangenheit lassen sich aus den Besiedlungsformen ablesen. Sie führen uns in die Zeit des Mittelalters (600-800 n.Chr.), als sowohl in Bieste i.H. als auch in Bieste i.O. jeweils ein Siedlungskern bestand.
Umstritten ist die Theorie, dass es sich bei dem im Werdener Heberegister von 890/900 n.Chr. erwähnten "Bieston" um Bieste gehandelt hat.

Was war die Horneburg?

Nordöstlich der Bauernschaft Westendorf lag die Harenburg (früher Horneburg), ein bedeutsamer Adelssitz, der im 13. Jahrhundert von der Familie von Horne begründet wurde. Ein Sohn dieser Familie, Dietrich von Horne war im 14. Jahrhundert Bischof von Osnabrück. Der alte Adelssitz ist im 19. Jahrhundert untergegangen. Die Gebäude sind völlig verschwunden. Reste der alten Toreinfahrt befinden sich noch vor der Kapelle in Bieste i.H., die 1926 gebaut und 1927 geweiht wurde. Zahlreiche Fundstücke von der Burg wie Waffenteile, Münzen und Scherben sind in den umliegenden Museen zu finden.

von Horne

Dietrich von Horne

Was war das Freigericht?

Das Freigericht regelte in Bieste ausschließlich Grundstücksverkäufe und hatte besondere Bedeutung für den Ort. Durch das Freigericht blieben mehrere Höfe in Bieste vor der früher üblichen und bis ins 19. Jahrhundert reichenden Hörigkeit bewahrt. Der auf dem Hof Schwietering befindliche Holzarm aus dem 17./18. Jahrhundert stand vermutlich als Halterung für ein Richtschwert im Zusammenhang mit dem Freigericht.

Arm

Schwieterings Arm

Warum ist Bieste geteilt?

Die alte Bauernschaft Bieste gehörte ursprünglich ungeteilt zum Kirchspiel Neuenkirchen. Die Einwohner waren teils osnabrücker, teils münstersche Untertanen. Mit der Aufhebung der geistlichen Fürstentümer (Säkularisation) 1802/1803 fiel Osnabrück an das Kurfürstentum Hannover und Münster an das Herzogtum Oldenburg. 1817 teilten Hannover und Oldenburg die Bauernschaft. Heute gehört Bieste in Hannover (i.H.) zur Gemeinde Rieste im Landkreis Osnabrück und Bieste in Oldenburg (i.O.) zur Gemeinde Neuenkirchen-Vörden im Landkreis Vechta.

Der weltlichen Teilung folgte die kirchliche 1828. Durch Abtrennung der hannoverschen Teile wurde die Kirchspielgrenze der Landesgrenze angepasst. Bieste i.H. wurde vom alten Kirchspiel abgetrennt. Die katholischen Einwohner wurden Lage zugewiesen, die evangelischen Vörden. Sie blieben Osnabrück zugeordnet, während bei den katholischen Einwohnern von Bieste i.O. ein Wechsel zur Diözese Münster und bei den evangelischen zur Landeskirche Oldenburg erfolgte.
Die Teilung ist bis heute geblieben. Die alten gewachsenen Beziehungen innerhalb der Bauernschaft sind dennoch nicht verloren gegangen.

Ortsplan

Eine Übersichtskarte von Bieste

Bieste heute

Mit der Zeit hat sich das Bild der Bauernschaft verändert. Neue Wohnhäuser sind entstanden. Gewerbebetriebe haben sich aus dem örtlichen Handwerk entwickelt oder neu angesiedelt. Einige Höfe haben den landwirtschaftlichen Betrieb eingestellt, andere haben sich spezialisiert und ihren Betrieb erweitert.
Die Bauernschaft hat ihr ländliches Gepräge jedoch behalten. Neben einigen denkmalgeschützten Bauten lädt besonders die Natur des Ortes mit vielen idyllischen Plätzen zum Besuch ein.

EINWOHNERZAHLEN
Stand:Bieste i.H.Bieste i.O.Bieste gesamt
31.08.2004226207483
01.01.2010273202475
01.01.2011276198474
01.01.2012269192461
01.01.2013258189447
01.01.2014257180437
01.01.2015260197457
01.01.2016263190453
01.01.2017255186441

 

Logo

Wussten Sie schon......?

....dass der zweite Buchstabe im Biester Logo den Pfeiler der Hofeinfahrt der
Horneburg darstellen soll?
....dass in Bieste ein Urnengräberfriedhof aus der früheren Bronzezeit liegt?
....dass Bieste von 1811 bis 1813 unter dem Landesherrn Napoleon ungeteilt war?
....dass der letzte Versuch, die Teilung rückgängig zu machen 1866 scheiterte?
....dass zwischen Bieste i.H. und i.O. einmal Zollschranken bestanden?
....dass die Horneburg 1817 abbrannte und der letzte Besitzer 1860 in Konkurs ging?

Interesse geweckt?

Näheres über Bieste früher und heute ist aus der Chronik zu erfahren, die zur 875- Jahrfeier erstellt wurde. Das Buch bietet auf 312 Seiten interessante Berichte und Fotos von Bieste. Die Chronik kann von Melanie Rolfs-Wilke, Cretivdeele (Tel. 05493/9135072) zum Preis von 15,-EUR bezogen werden.

 

 

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